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Unfallverhütung

Ein Törn ist nur dann wirklich schön, wenn er unfallfrei verläuft. Das hängt vor allem von der Persönlichkeit des Skippers ab. Ein Skipper muss den ganzen Tag die Augen und Ohren offen halten, damit er unfallträchtige Situationen schon im Ansatz erkennt und die Crew darauf hinweisen kann. Die Grundregel heisst: Die ganze Crew richtet sich immer nach dem schwächsten Crewmitglied.

Gute Seemannschaft zeigen heisst: die gesamte Technik rund um eine Segelyacht kennen und den Umgang mit Booten umfassend beherrschen.

Patenthalse

Jeder Segler macht in seinen Wende- und Halse-Lehrjahren unangenehme Erfahrungen mit dem Überkommen des Baumes. Was bei der Jolle zu einer grossen Beule oder kleineren Hirnerschütterungen führen kann, bringt aber bei Segelyachten schon schwere Kopfverletzungen oder sogar Todesfälle mit sich.

Deshalb müssen Manöver richtig und mit den schulmässigen Kommandos gefahren werden. Um eine Patenthalse zu vermeiden, sollte jedes Schiff mit einer Bullentalje oder Bullenstander nachgerüstet werden. Das ist eine Leine, die vom Ende des Baumes zu einem Befestigungspunkt auf dem Vorschiff führt und das unbeabsichtigte Übergehen des Baumes bei Vorwindkursen verhindert.

Sorg- und Lifeline

Die Sorgleine und Lifeline gehören auf jede Yacht! Die Sorgleine beugt „Mann über Bord"-Manöver vor. Der Mann bleibt am Schiff und kann wieder geborgen werden. Sie besteht aus einem Drahtseil oder aus mindestens einem 12 mm starkem Tau, welches lose der Reling entlang gelegt wird. Beide Enden werden mit Knoten oder Schäkeln an der Fussreling befestigt.

Der Karabinerhaken der Lifeline kann dann unbehindert von der Plicht bis zum Vorschiff auf der Sorgleine laufen. Auch der Rudergänger hängt seine Lifeline an die Sorgleine und nicht an einen festen Punk an der Plicht, denn bei schockartiger Belastung der Lifeline könnte diese eventuell brechen.

Seekrankheit

Die Ursachen der Seekrankheit sind vielfältig: Einwirkung der Schiffsbewegung auf das Gleichgewichtsorgan, optische Eindrücke, Gerüche aus Kajüte oder Motorraum, Auskühlung, Ermüdung, falsche Ernährung und auch Angst. Seekrankheit kann die Sicherheit von Schiff und Besatzung erheblich gefährden. Nicht nur durch den Totalausfall von Crewmitgliedern, sondern auch durch Gleichgültigkeit und Entschlusslosigkeit werden wichtige Aufgaben der Schiffsführung vernachlässigt. Meist jedoch verschwindet die Seekrankheit nach einigen Stunden der Eingewöhnung wieder, spätestens jedoch nach ein bis zwei Tagen auf See.

Erste Anzeichen einer Seekrankheit sind: Person wird auffallend ruhig, später teilnahmslos. Man sollte diese Person nicht mehr aus dem Cockpit lassen. Mit einer leichten Ablenkung, z.B. leichte Tätigkeit oder am Steuer, lässt sich die Seekrankheit oft wirkungsvoll bekämpfen. Blick konzentriert auf den Horizont oder die Wolken richten. Manchmal hilft es auch sich lang auf den Rücken zu legen. Medikamente können helfen, haben aber meist unerwünschte Nebenwirklungen.


Bullentalje
Bullentalje
Sorg- und Lifeline
Sorg- und Lifeline

Mann über Bord

Alle Vorkehrungen müssen darauf ausgerichtet sein, dass überhaupt niemand über Bord gehen kann. Man muss stets wissen: Nachts gibt es nahezu keine Chance, ihn ohne Leuchtboje wiederzufinden und schon nach kurzer Zeit tritt in unseren Gewässern Unterkühlung ein. Sie führt zu Apathie und Bewegungsunfähigkeit, die die Bergung erheblich erschweren.

Ein Patentrezept für ein einzig richtiges Manöver, das mit jedem Bootstyp gefahren werden könnte, gibt es nicht. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle: Wetter-, Wind- und Seegangsverhältnisse, unterschiedliche Manövriereigenschaften der einzelnen Bootstypen, Crewstärke und ihre Erfahrung, der psychische Druck, die Zeit seit dem die Person über Bord ging usw. Der Ruf "Mann über Bord!" bedeutet, dass sich ein Mensch in unmittelbarer Lebensgefahr befindet. Es verbietet sich daher von selbst, diesen Ruf leichtfertig und gedankenlos zu verwenden. Daher sollten bei Manöverübungen anstelle von "Mann über Bord!" den Ruf "Boje über Bord!" verwendet werden.

MüB-Manöver mit Halse aus Amwindkurs
MüB-Manöver mit Halse aus Amwindkurs
MüB-Manöver mit Q-Wende (vermeidet die Halse)   MüB-Manöver mit Wende aus Vorwindkurs   Münchner Manöver mit Wende
MüB-Manöver mit Q-Wende (vermeidet die Halse) MüB-Manöver mit Wende aus Vorwindkurs Münchner Manöver mit Wende
MüB-Manöver mit Wende aus Vorwindkurs
MüB-Manöver mit Wende aus Vorwindkurs
Münchner Manöver mit Wende
Münchner Manöver mit Wende

Weitere Themen

Zur Unfallverhütung gehören zudem foglende Themen, welche ebenfalls Bestandteile einer Hochseeausbildung sind:

  • Feuerverhütung an Bord
  • Erste Hilfe an Bord
  • Krankheitsvorbeugung