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Navigation

Das Wichtigste bei der Navigation ist die Ortsbestimmung. Nur so lässt sich einen genauen Kurs bestimmen. Man stelle sich vor, orientierungslos in mitten des Ozenas zu treiben und nicht zu wissen, wo man sich befindet und in welche Richtung man fahren soll. Daher ist es unerlässlich, dass man richtig navigieren kann. Die klassische Navigation unterscheidet sich zwischen:

Terrestrische Navigation

Die terrestrische Navigation beinhaltet die Ortsbestimmung nach Küstenzeichen. Anhand festen Punkten wie Leuchttürme, Kirchen, Fabriken, Bojen, Tonnen usw. an Land oder im Fahrwasser navigiert man in Küstennähe. Hilfmittel sind Kompass, Seekarten, Log, Peilkompass, Zirkel und Kursdreieck.

Astronomische Navigation

Die astronomische Navigation beinhaltet die Ortsbestimmung nach Gestirnen. Diese Art der Navigation ist für die Küstenfahrt zu ungenau, jedoch geeignet auf hoher See. Die Genauigkeit beträgt nur ca. 3 sm. Bei bedecktem Himmel ist eine Ortsbestimmung oft tagelang nicht möglich. Jedoch ist sie ohne Strombedarf auf der ganzen Welt sicher anwendbar.

Elektronische Navigation

Die elektronische Navigation (früher Funknavigation) beinhaltet die Ortsbestimmung mit elektronischen Hilfsmitteln wie GPS-Satelliten-Navigationsgeräte und Radar.

Hilfsmittel der Navigation

Das wichtigste Hilfsmittel der Navigation ist der Kompass, gefolgt von Log (Geschwindigkeitsmesser) und Lot (Tiefenmesser). Der Sextant kann durchaus auch in der Küstenfahrt nützlich sein.

Hinzu kommen die elektronischen Hilfsmittel wie GPS und Radar. Unerlässlich sind Seekarten mit dem Handwerkzeug (Zirkel und Dreieck), ein Leuchtfeuerverzeichnis und "die Nachrichten für Seefahrer". Je nach Revier die Gezeitenkarten, Seehand- und Hafenhandbücher, Handbücher über Funkdienste usw.



Koordinatensystem

Unser Globus hat ein Koordinatensystem (Liniennetz) bestehend aus Breiten- und Längskreisen. Grosskreise nennt man diejenigen, deren Ebenen immer durch den Erdmittelpunkt gehen. Der Äquator beispielsweise ist ein Breitenkreis und gleichzeitig ein Grosskreis und trennt die Erde in Nord- und Südhalbkugel. Breitenkreise unterhalb oder oberhalb des Äquators sind keine Grosskreise, sondern Breitenkreise oder auch Breitenparallelen genannt. Grosskreise sind auch alle Längskreise, die bei den Polen um die ganze Erde gehen. Man kann beliebig viele Grosskreise konstruieren.

Meridiane heissen die von Pol zu Pol (Nord nach Süd) gehenden Hälften eines Grosskreises. Der Nullmeridian verläuft durch Greenwich in Grossbritanien, vom Nord- zum Südpol. Von diesem Kreis aus (000°) werden jeweils 180° nach Osten (E) und nach Westen (W) gezählt, das ergibt 360°. Ost erhält das Vorzeichen +, West das Vorzeichen -. Rechtwinklig zu diesen Kreisen verlaufen die Breitenkreise resp. Breitenparallelen. Je 90 Breitenkreise zwischen dem Äquator und dem Nordpol resp. dem Südpol = Total 180°.

Zusammengefasst: Das Koordinatensystem der Erde besteht aus 360 Grosskreisen in der Länge oder auch Längenkreisen genannt und aus 180 Breitenkreise aufgeteilt in 2 Hälften vom Äquator aus nach Norden resp. Süden. Sie werden in Grad angezeigt 0-180° E = östliche Länge / 0-180° W = westliche Länge / 0-90° N = nördliche Breite / 0-90° S = südliche Breite.

Ermittlung der Distanz einer Seemeile in Meter

1 Grad sind 60 Bogenminuten
bei 360° ergibt das total 21'600 Bogenminuten
1 Bogenminute = 1 Seemeile

Nimmt man nun den Umfang der Erde beim Äquator von rund 40'000'000 Meter und teilt diese durch die Bogenminuten lautet das Resultat ~1852. Das ist die Distanz einer Seemeile; also beträgt der Umfang der Erde 21'600 Seemeilen.

Magnetkompass

Kugelkompass

Beim Magnetkompass ist zu beachten, dass durch verschiedene Gründe eine Ablenkung (Deviation) entstehen kann. Verursacht durch metallische Ausrüstungsgegenstände aller Art, Motoren, Stromkabel, Funkanlagen usw., wenn nicht ein ausreichender Abstand zwischen dem Kompass eingehalten wird. Dies ist bei der Navigation zu berücksichtigen und es gibt verschiedene Möglichkeiten dies zu kompensieren.

Das Log

Log (urspr. engl. Holzscheit) oder Logge ist ein Messgerät zur Bestimmung der Fahrt resp. der Geschwindigkeit von Wasserfahrzeugen. Es zeigt die im Wasser zurückgelegte Strecke an. Die ursprüngliche Messmethode bestand darin, ein bleibeschwertes Holzbrett, das an einer mit Knoten in gleichmässigen Abständen versehene Leine befestigt ist, von einem fahrenden Schiff aus ins Wasser zu werfen. Das Holz bleibt nahezu an derselben Stelle im Wasser liegen. Nach einer gewissen Zeit (die früher mit einer Sanduhr ermittelt wurde) wird die Länge der abgerollten Logleine bestimmt, wobei die Knoten gezählt und die ganze Anordnung wieder an Bord gezogen wurde. Daher der Ausdruck Knoten für Distanz und Geschwindigkeit.

  • Knoten (kn) = Seemeile (sm) = 1852 m resp. 1.852 km/h (Ein Boot das mit 20 kn unterwegs ist fährt also ca. 37 km/h)
  • Kabellänge = zehnte Teil einer sm = 185,2 m
  • Faden = ein hundertstel Teil einer Kabellänge = 1,852 m

Das Lot

Das Lot dient zum Bestimmen der Wassertiefe und gegebenenfalls auch dazu, Informationen über die beschaffenheit des Grundes zu liefern. Wir unterscheiden:

Seekarten

Seekarten sind unerlässlich für die Navigation. Sie orientieren wie bei Landkarten über die wichtigsten geografischen Gegebenheiten und dienen zur Orts- und und Kursbestimmung. Angaben wie Tiefen, Landmarken, Leuchtfeuer, Fahrwasser, Sperrgebiete, Gefahrenstellen usw. sind darauf ersichtlich. Daher ist es wichtig immer eine aktuelle Karte an Bord zu haben. Es gibt verschiedene Massstäbe, empfehlenswert sind immer die grösst möglichsten Massstäbe. Man kann die gesegelten Kurse, Distanzen, Peilungen usw. mit Lineal, Zirkel und Kursdreieck eintragen. Auf den Seitenrändern befinden sich die Koordinaten, welche mit dem Zirkel oder Kursdreieck für eine Orstbestimmung abgelesen werden können.

Sextant

Der Sextant ist Hilfreich auf hoher See. Für die Küstennavigation ist er zu ungnau. Er dient der Höhenwinkel- und Horizontalwinkelmessung, um so die aktuelle Position anhand von Gerstirnen (in der Regel Planeten) zu bestimmen. Die Handhabung eines solchen Gerätes muss gelernt sein und es ist kompliziert, diese in der Theorie verständlich zu erklären. Am besten lässt man sich das von einem erfahrenen Skipper beibringen.

Nautische Veröffentlichungen

Unter diesem Begriff versteht man weitere wichtige Informationen als Ergänzung von Seekarten, welche von verschiedenen Stellen herausgegeben werden. Hier die wichtigsten Veröffentlichungen:

Das sind nur einige wenige Angaben über das umfangreiche Thema der Navigation. Nur durch richtige Ausbildung und nach etlicher praktischer Erfahrung auf See wird man zum wirklichen Skipper oder Kapitän. Nicht umsonst gibt es hierfür Hochschulen und Akademien, die ein solch umfangreiches Wissen vermitteln, was während Hunderten von Jahren von mutigen und teils waghalsigen Seemännern gesammelt wurde. Die heutige Technik erleichtert die Navigation immens, im Gegensatz zu frühreren Methoden, bei Seefahrern wie Columbus, Magellan, Cook und wie sie alle hiessen, die mit Faden und Sextant ins ungewisse Nichts aufbrachen, um neue Welten zu entdecken.